Montalcino

Montalcino liegt im Herzen der südlichen Toskana, eingebettet in die herrliche Landschaft des Naturparks Val d’Orcia (Orciatal). Eine malerische, fast schon märchenhafte, mittelalterliche Ortschaft, bekannt für ihren Brunello, einen der meist geschätztesten und berühmtesten Weine der Welt.
Für einige stammt der Name „Montalcino“ von dem Mons Lucinus ab, was „heiliger Wald“ bedeutet, andere sehen jedoch im lateinischen Namen Mons Ilcinus, was „Berge der Steineiche“ bedeutet und sich als Pflanze im Wappen der Stadt wiederfindet, seinen Ursprung. Die Stadtgeschichte wurde aufgrund ihrer
geografisch dominanten Lage durch zahlreiche mittelalterliche Kriege zwischen den Städten Siena und Florenz geprägt. Die Stadt entwickelte sich vor allem in der Periode der Vorherrschaft der mächtigen und nahe gelegenen Abtei Sant’Antimo.
Aufgrund ihrer strategischen Lage war Montalcino seit jeher eine unabhängige Gemeinde. 1260 gelangte die Stadt nach der Schlacht von Montaperti unter den Einfluss von Siena und entwickelte sich zu einer Bastion. Im 20. Jahrhundert erlangte sie dank ihrer Lage erneut größere Bedeutung für den Tourismus und
hervorragende Weine.
Montalcino ist vor allem Emotion in ihrer reinsten Form, ein seltenes Beispiel für ein Ort wahrer
Inspiration. Um dies nachzuempfinden, sollte man den höchsten Punkt der Stadt erklimmen und
anschließend in den zahlreichen Aussichtspunkten verweilen. Ein wahres Schauspiel eröffnet sich vor dem
Blick und lässt die Gedanken bis zum Horizont schweifen.
Das atemberaubende Panorama erstreckt sich in jeder Jahreszeit vom Monte Amiata über die typische toskanische Hügellandschaft bis nach Siena und das gesamte Orciatal entlang hin zu den zarten Umrissen der Maremma: Eine Folge von Hügeln, Silhouetten und Erhebungen, die durch Blumen, Olivenbäume, alte
Eichen und zypressengesäumte Landstraßen malerisch in Erscheinung tritt. Aufgrund dessen gehören Montalcino und Val d’Orcia seit 2004 zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Montalcino und der Brunello

Der König der Sangiovese-Traube stammt aus Montalcino und wird Brunello genannt – daraus entstand auch der Name Brunello di Montalcino. Es ist eine Region, in der wertvolle Weine hergestellt werden, welche als Symbol der italienischen Winzerkunst in der gesamten Welt bekannt sind: Echte Kunstwerke, die sich durch die Auszeichnung DOCG rühmen, die sie als erster Wein Italiens erhalten haben. Unter dem Einfluss der Wärme der Maremma und durch den Schutz des Monte Amiata entsteht ein perfektes Mikroklima, welches die besten Brunello-Weine hervorbringt. Das Rezept ist einfach: ein niedriger Ertrag pro Pflanze, eine sorgfältige Auswahl der besten Trauben, ein langer und sanfter Ausbau und vor allem eine lange Lagerung.
„Der Brunello ist ein Wein für jemand, der warten kann. Um sein volles Potential auszuschöpfen, braucht es Jahre. Jahre, in denen die Tannine reifen können, sich abrunden und vermischen, um eine magische Verbindung einzugehen.“

Sant’Antimo

An der Panorama-Route, die von Montalcino Richtung Castelnuovo dell’Abate führt, befindet sich die majestätische und einsame Abtei Sant‘ Antimo, die zu den schönsten Monumenten im romanischen Stil mit lombardischen Elementen zählt. Der Legende nach wurde die Abtei auf Initiative und als Dank für die
Errettung vor der Pest von Karl dem Großen erbaut, als sich dieser auf dem Weg von Rom in die Via Francigena (Frankenstraße) befand. In den 1990er Jahren wurde die Abtei den Prämonstratensern anvertraut, die ein gemeinschaftliches Leben nach den Augustinusregeln geführt haben. Bis 2015 wurde die Abtei von acht Mönchen französischen Ursprungs bewohnt, die eine sehr aktive Gemeinschaft bildeten, in der täglich Gottesdienste in lateinischer Sprache, begleitet von liturgischer Musik und gregorianischen Gesängen, gefeiert wurden. (Seit Januar 2016 wird die Abtei von der Benediktinerkongregration von Monte
Oliveto bewohnt.)

LEAVE A REPLY